Cannabis muss von Krankenkassen übernommen werden

Cannabis muss von Krankenkassen übernommen werden

Patienten mit schwersten chronischen Schmerzen können im Einzelfall nun Anspruch die Kostenübernahme bei Cannabis-Behandlungen bekommen. Das entschied das Landessozialgericht in Niedersachsen-Bremen. Im Fall eines an der rheumaähnlichen Erkrankung Morbus Bechterew  leidenden Patienten hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen im Eilverfahren entschieden, dass Krankenkassen vorläufig eine Behandlung mit Cannabis-Extrakt-Tropfen zur Schmerzlinderung übernehmen muss.

Auswirkungen vergleichbar mit tödlicher Krankheit

Die Celler Richter entschieden am Montag öffentlich, dass die extremen Schmerzen in ihrer Auswirkung einer lebensbedrohlichen oder gar tödlich verlaufenden Krankheit gleichzusetzen sind.

Eine Behanldung nach schulmedizinischen Ansätzen war bei dem 54 Jahre alten Patienten nicht mehr möglich bzw ist nicht gelungen. Aus diesem Grund besorgte er sich eine Ausnahmeerlaubnis bei der Bundesopiumstelle (BfArM) zum Erwerb der Cannabis-Extrakt-Tropfen zu Therapiezwecken.

 

Krankenkasse weigerte sich die Kosten für die Cannabis-Therapie zu übernehmen

Die anfallenden Kosten für die Cannabis-Therapie belaufen sich lächerlich hoch sodass der 54 Jahre alte Mann diese von der Krankenkasse bezahlen lassen wollte. Diese jedoch weigerte sich mit der Begründung, dass Cannabis keine anerkannte Behandlungsmethode sei. Das Sozialgesetzbuch sieht jedoch ab der seit 2012 gültigen Fassung vor, dass lebensbedrohlich Erkrankte von ihrer Kasse auch Behandlungen verlangen können, die für die eigentliche Krankheit nicht zugelassen sind, aber dennoch Linderung oder Heilung versprechen. Dagegen ging der 54 Jährige nun gerichtlich vor. Das Gericht wird im Hauptsachverfahren allerdings noch prüfen, ob dies im konkreten Fall gegeben ist.

Kommentare

COMMENTS